Jörg Sobek
c/o Rhein-Taunus-Klub e.V.
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18.03.2013
Mit steigenden Temperaturen machen sich demnächst wieder die Wanderer auf den Weg. Jedes Jahr werden etliche neue Wanderwege zertifziert und die wollen erkundet werden. Qualitäts- und Premiumwege garantieren einen hohen Erlebniswert, weil sie nach einem vorgegebenen Kriterienkatalog konzipiert wurden. Ein Paradebeispiel ist der Rheinsteig. Die 320 Km von Wiesbaden bis Bonn sind in zeitgemäße Etappen eingeteilt, die per Bahn und Auto gut erreichbar sind. Einen Rundkurs bietet hingegen der Wispertalsteig bei Espenschied (15 Km).
Der Trend zu mehr Klasse statt Masse hält an und führt auch in den Wandervereinen mit eigenem Wegenetz zu einem Umdenken. Der Rhein-Taunus-Klub diskutiert schon seit längerem, wohin die Reise geht. Ausgangspunkt sind die über 30 eigenen Wanderwege mit einer Gesamtlänge von fast 1.000 Km. Die Betreuung dieser Wege ist sehr zeitaufwendig und Freiwillige für die Wegearbeit zu gewinnen ist eine ständige Herausforderung. Umso wichtiger ist das Erfolgserlebnis, an einem attraktiven Wanderangebot mitzuarbeiten.
Die Mitglieder sind stolz auf die 130jährige Tradition des Klubs, erkennen aber auch, dass der Abstand zu zertifzierten Wanderwegen immer größer wird. Dabei waren die vorhandenen Wege bei ihrer Anlage gut durchdacht. Nur hat sich seither das Umfeld verändert. Durch Aufforstung ist so mancher schöne Ausblick verloren gegangen und notwendige Straßenüberquerungen sind beim heutigen Verkehrsaufkommen bisweilen lebensgefährlich.
Punktuell konnte schon nachgebessert werden. Ein Beispiel ist die neue Fußgängerampel an der Kreuzung Roter Stein (B260 / Bäderstraße), die nach der Anpassung des Wanderweges eine sichere Streckenführung von Bad Schwalbach nach Bärstadt gewährleistet. Aber es geht um Grundlegenderes. Heute werden Freizeitwege von den verschiedensten Vereinen, Verbänden und Gemeinden angelegt. Nicht selten nutzen diese vorhandene Trassen und sorgen durch eine unabgestimmte Markierung für ein Schildermeer, das das Gesamterlebnis trübt.
Mit den Vorstandswahlen am vergangenen Sonntag ist der Startschuss für eine Bereinigung des Wegenetzes gefallen - ein Projekt, das die ehrenamtlichen Wegemeister noch auf Jahre beschäftigen wird. Jörg Sobek, Vorsitzender des in Wiesbaden beheimateten Wandervereins, lädt alle Betreiber von Freizeitwegen ein, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Auch Wege, die erst kürzlich angelegt wurden, können davon profitieren. Der Deutsche Wanderverband, dem der Rhein-Taunus-Klub angehört, hat das Jahr 2013 unter das Motto “Zeichen setzen” gestellt und würdigt damit die gemeinnützige Arbeit der rund 20.000 Wegemarkierer in Deutschland.